Massnahmen gegen Zwangsheirat
Drohende Zwangsheiraten sind besonders für Jugendliche und junge Erwachsene eine Gefahr. Deshalb ist es wichtig, bei dieser Personengruppe anzusetzen, um die Verheiratung unter Zwang zu verhindern. Jugendliche brauchen Unterstützung darin, sich in ihrer Familie gegen eine erzwungene Heirat zur Wehr setzen zu können. Auch ist es wichtig für sie, Anlaufstellen zu haben, in denen sie ernst genommen werden und die drohende Verheiratung tatsächlich als massiver Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte verstanden wird.
Gleichzeitig sollten Familien und ihre Umgebung über das Recht auf freie PartnerInnenwahl, wie sie aus den internationalen Menschenrechtskonventionen hervorgeht, aufgeklärt werden. Auch muss darauf hingewiesen werden, dass Zwangsheiraten in der Schweiz verboten sind. Das Projekt Sensibilisierung der Migrationsbevölkerung zielt genau hierauf ab.
Die Information und Sensibilisierung von Berufsleuten, die mit dem Thema Zwangsheirat in Kontakt kommen, ist ebenfalls sehr wichtig, damit die Betroffenen adäquate Unterstützung und Beratung erhalten. Da die verschiedenen Berufsgruppen wie zum Beispiel PolizistInnen, SozialarbeiterInnen oder LehrerInnen jedoch ganz unterschiedliche Informationsbedürfnisse haben, wird das Projekt Information für Berufsleute branchenspezifische Informationsblätter erarbeiten.
Aktualisiert (Freitag, den 23. April 2010 um 13:04 Uhr)
